Großzügigkeit wirkt heute fast aus der Mode gefallen. Weder die Startup-Szene noch die Immobilienwelt noch die Politik scheinen sich an diesen Wert besonders gut zu erinnern. Dabei war Berlin nie geizig mit dem, was es hatte, mit Wohnraum, mit Geschichten, mit Möglichkeiten, mit Ressourcen. Diese Stadt hat immer wieder denen Platz gemacht, die sonst keinen gefunden hätten.

Das ist keine Naivität, auch wenn es manchmal so klingt. Großzügigkeit ist die ruhige Entscheidung, dass das, was man teilt, mehr wert ist als das, was man festhält. Eine Stadt, die so denkt, verhält sich anders als eine, die jede Ressource absichert. Sie riskiert etwas, im Vertrauen darauf, dass sich Geteiltes vermehrt, statt sich zu verringern.

Diese Haltung zeigt sich nicht nur in Erinnerungen an bessere Zeiten, sondern auch in dem, was gerade entsteht. Initiativen wie CommUnits denken leerstehende Büroflächen, von denen es in Berlin rund 1,82 Millionen Quadratmeter gibt, nicht als verlorenen Raum, sondern als Antwort auf einen Wohnungsmangel von etwa 56.000 Einheiten. Wer großzügig denkt, plant länger. Wer länger plant, baut solider, nicht weil er vorsichtiger wäre, sondern weil er von Anfang an mitdenkt, was auch für andere trägt.


Mehr Informationen findest Du auf der Seite vom BERLIN KODEX.

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