Berlin gilt vielen als direkt, ungeschliffen, manchmal sogar abschreckend. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt unter dieser Oberfläche etwas anderes: eine Stadt, in der ungewöhnlich viel geteilt wird. Ideen, Kontakte, Hinweise, Zwischentüren, Hilfen, oft ohne großes Zeremoniell, aber mit erstaunlicher Wirkung.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis dieser Stadt. Berlin ist erfolgreich geworden, nicht obwohl hier so viele Menschen einander in ihre Projekte hineinziehen, sondern gerade deswegen. Wer hier eine verrückte Idee hat, findet oft schneller jemanden, der sie versteht, ergänzt, kritisiert oder weiterträgt, als in geordneteren Städten, in denen alle höflicher, aber vorsichtiger sind.
In andere zu investieren, ist deshalb mehr als ein netter Charakterzug. Es ist Berliner Praxis. Wo andere ihre Ressourcen schützen, gibt Berlin sie erstaunlich großzügig in Umlauf. Nicht aus Romantik, sondern weil die Stadt begriffen hat, dass die stärksten Dinge selten alleine entstehen. Ihr eigentlicher Reichtum liegt nicht nur in Kapital oder Immobilien, sondern in der Bereitschaft, andere größer zu machen.